Alter, Verlauf, Augengesundheit und Alltag gehören in die Entscheidung. Kein Verfahren garantiert einen Stillstand. Studienergebnisse sind keine persönliche Erfolgsprognose. [2]
BRILLE · SEHKORREKTURDie klassische
Einstärkenbrille.
Ein normales Minusglas korrigiert die Unschärfe in der Ferne. Als alleinige Maßnahme bremst es das Fortschreiten der Myopie jedoch nicht zuverlässig. Absichtlich schwächere Gläser sind keine sinnvolle Strategie zur Myopiekontrolle. [2] [5]
Aufgabe der AugenoptikPräzise Umsetzung der Korrektur, guter Sitz und alltagstaugliche Fassung.
BRILLE · MYOPIEKONTROLLESpezielle
Myopiegläser.
Zusätzliche optische Zonen sollen neben scharfem Sehen einen wachstumsbremsenden Reiz setzen. Ein Beispiel sind DIMS-Gläser mit vielen kleinen Segmenten. Sie unterscheiden sich grundlegend von gewöhnlichen Einstärken- oder Gleitsichtgläsern. [3]
Neuere Designs arbeiten auch mit asphärischen Mikrolinsen, etwa HAL. Die Wirkung hängt vom konkreten Design ab; Produkte sind nicht beliebig austauschbar. [10]
Aufgabe der AugenoptikGeeignete Fassung, sorgfältige Zentrierung, Sitzkontrollen und Erklärung der vorgesehenen Nutzung.
KONTAKTLINSEN · TAGSÜBERWeiche Linsen
mit mehreren Zonen.
Spezielle Dualfokus- oder multifokale Kontaktlinsen verbinden Sehkorrektur und zusätzliche optische Zonen zur Myopiekontrolle. Nicht jede gewöhnliche Kontaktlinse hat diese Wirkung. Die Auswahl und Anpassung gehören in qualifizierte Hände. [3]
Worauf es ankommtHygiene, sichere Handhabung und Nachkontrollen. Kein Leitungswasser an Linsen; nicht damit duschen oder schwimmen. Tageslinsen sind kein Schlafprodukt. [8]
KONTAKTLINSEN · NACHTSOrthokeratologie.
Kurz: Ortho-K.
Spezielle formstabile Nachtlinsen verändern vorübergehend die Form der Hornhaut. Damit kann tagsüber Sehen ohne Brille möglich werden; zugleich kann das Längenwachstum gebremst werden. Das verlängerte Auge und seine Risiken verschwinden nicht. Der Hornhauteffekt ist reversibel. [3]
Besondere VerantwortungNur nach Eignungsprüfung und fachgerechter Anpassung. Nächtliches Tragen birgt ein Risiko für Hornhautinfektionen. Hygiene und Kontrollen sind entscheidend. [2]
AUGENARZTPRAXIS · MEDIKAMENTAtropin.
Ärztlich begleitet.
Atropin-Augentropfen können das Fortschreiten der Myopie bremsen. Sie ersetzen die nötige Sehkorrektur nicht. Eignung, Präparat, Konzentration und Verlauf werden ärztlich beurteilt.
Seit 2. Juni 2025 ist Ryjunea in der EU zugelassen: Behandlungsbeginn im Alter von 3 bis 14 Jahren, bei −0,5 bis −6,0 Dioptrien und einer Zunahme um mindestens 0,5 Dioptrien pro Jahr. Das ist keine pauschale Zulassung jeder Atropinrezeptur oder Dosierung. [4]
Nutzen und Nebenwirkungen abwägenMöglich sind insbesondere Lichtempfindlichkeit, Augenreizung und verschwommenes Sehen. Verordnung, Kontrollen und ein geplantes Absetzen gehören in die Augenarztpraxis. [4]
INDIVIDUELL · GEMEINSAM GEPLANTVerfahren
kombinieren.
Bei weiterem Fortschreiten kann eine Kombination infrage kommen. Für Ortho-K plus niedrig dosiertes Atropin gibt es Studien zu einem zusätzlichen Effekt. Daraus folgt keine generelle Überlegenheit jeder beliebigen Kombination. [6]
Kein Baukasten zur SelbstbehandlungErst Verlauf, Anwendung und Verträglichkeit prüfen. Änderungen stimmen Eltern, behandelnde Augenarztpraxis und optische Betreuung gemeinsam ab.